Katrins Spatzennest, Tagesmutter, Mönchengladbach, Hermges, Moenchengladbach, Kindertagespflege, Kinderbetreuung, U3, 0-3 Jahre

Entwöhnung

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Genauso wichtig wie ein schrittweise Eingewöhnung ist je nach Länge des Betreuungsverhältnisses und Alter des Kindes auch eine schrittweise Entwöhnung des Kindes von der Kindertagespflegeperson, der Umgebung und den anderen Tageskindern.

Die Kindertagespflegeperson hat im Lauf der Zeit eine enge Bindung zum Tageskind aufgebaut, um es bestens begleiten und fördern zu können. Diese enge Bindung sollte nicht abrupt beendet werden, sonst würde das Kind Trennungen immer mit etwas Negativem in Verbindung bringen und wäre dem neuen folgenden Lebensabschnitt gegenüber voreingenommen. Auch sollte die eventuell vorhandene Angst des Kindes vor dem Neuen aufgefangen werden.

Sowohl die Eltern als auch ich können viel dafür tun, dass das Kind die Veränderung akzeptiert, lernt, dass Trennungen nicht zwangsläufig negativ sind und sich sogar über den neuen Abschnitt freuen kann. Mindestens vier Wochen vor Beendigung des Betreuungsverhältnisses sollten die Eltern und ich offen mit dem Kind darüber sprechen, dass z.B. der Wechsel in den Kindergarten bevorsteht oder aus einem anderen Grund eine Trennung stattfinden muss. Mithilfe von entsprechenden Büchern kann man das bevorstehende Ereignis thematisieren und auch für die anderen Kinder als etwas Selbstverständliches darstellen. Eine genaue Beobachtung aller Kinder ist ratsam, um gegebenenfalls durch Gespräche die Angst zu nehmen.

Auch eine zeitliche Entwöhnung sollte wenn möglich stattfinden. Am Besten bietet sich die Zeit vor den Ferien und dem Familienurlaub an. An den ersten Tagen wird das Kind etwas früher abgeholt. In der nächsten Woche kann ein halber oder ganzer Tag wegfallen (je nachdem ob es halb- oder ganztags betreut wurde) und in der folgenden Woche zwei Tage. In der vierten Woche würden nur noch zwei Tage bei mir stattfinden und dann folgt der Familienurlaub. Diese intensive Familienzeit hilft dem Kind sehr beim Abschied.

Am letzten Tag wird ein Fest stattfinden und wie wir dieses feiern, wird mit dem Kind abgesprochen. Wir können die verschiedensten Aktionen veranstalten, wie z.B. eine Mappe mit selbstgemalten Bildern, Fotos und Geschichten überreichen, oder wir hängen zusammen das Foto des Tageskindes auf, oder wir singen ein Abschiedslied. Auch ein persönliches Abschiedsgeschenk von mir und eventuell auch von den anderen Kindern kann den Abschied zusätzlich versüßen. Das Kind darf frei entscheiden, und je nach Alter und Temperament kann es sich so seinen Lieblingstag zusammen stellen, der ihm hilft, positiv Abschied zu nehmen.

Trotz des neuen Lebensabschnitts sollte dem Kind aber weiterhin ermöglicht werden, mit mir im Kontakt zu bleiben und mich auch ab und an besuchen zu können. Es liegt einzig und allein im Ermessen des Kindes, ob es diese Möglichkeit wahrnehmen möchte oder nicht.